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30.06.2016

Versicherer auf YouTube: Geht das?

YouTube ist zu groß und reichweitenstark, um es als Marketer zu ignorieren. Doch wollen die User Versicherungsinhalte sehen? Die Antwort lautet: Egal, denn vor allem die qualifizierte Präsenz zählt.

Schaut man sich an, welche YouTube-Kanäle die meisten Abonnenten gewinnen, dann wird schnell klar, dass Versicherungen niemals in diese Gruppe vorstoßen werden. Primär geht es auf der mit Abstand größten Videoplattform einfach um (leichte) Unterhaltung. Zwar konnten die Versicherer ihre Abonnentenzahlen zwischen März 2013 und März 2016 auf insgesamt knapp 70.000 vervielfachen. Doch „BibisBeautyPalace“ kommt zum Vergleich allein auf über 3,3 Millionen. 

Die Bäume werden für Versicherer auf YouTube also nicht in den Himmel wachsen – und dennoch ist die Plattform zu wichtig, um dort nicht vertreten zu sein. Immerhin steht YouTube auch unter den Suchmaschinen weltweit auf Platz zwei. Die Versicherungsmarketer sollten es daher als „externe Verlängerung“ der Unternehmenshomepage sehen und trotz überschaubarer Reichweiten bespielen.

Professionalität zählt
Wie bei der eigenen Website kommt es vor allem auf einen professionellen Auftritt an. Produktion und inhaltliche Gestaltung sollten höchsten Ansprüchen genügen, denn der YouTube-User an sich ist schnell gelangweilt. YouTube-Videos sind eine Art Visitenkarte für einen Versicherer und prägen die Wahrnehmung der gesamten Marke. Der Betrachter sollte daher nicht den Eindruck bekommen, mit bloßer Werbung traktiert zu werden. Informativer Content mit Mehrwert ist gefragt, um die Marke in positivem Umfeld zu transportieren. Wie das funktionieren kann, zeigt die AOK Rheinland/Hamburg, deren Kanal unangefochtener YouTube-Abonnenten-Spitzenreiter unter den deutschsprachigen Versicherern ist. Daneben spielen auch akkurate Beschreibungen und passende Keywords eine große Rolle, um unter den Suchergebnissen ein gutes Ranking zu erhalten. Und schließlich sollten Sie die Videos auch aktiv bekannt machen, etwa via Social Media oder in Mailings an die Vertriebspartner oder Kunden.

Das alles wird nicht reichen, um den nächsten viralen Hit zu produzieren und die Katzenvideos auf die Plätze zu verweisen. Doch für zahlreiche Internetuser ist ein Unternehmen, das sie nicht auf YouTube finden, schlichtweg nicht wirklich existent.

Quelle Aufmachergrafik: Fotolia/twinsterphoto

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